Arbeitsmarkt Dezember 2013

Vollbeschäftigung knapp unterschritten

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,2% liegt die Schweiz nahe an der Marke für Vollbeschäftigung von 3,0%. Insbesondere im internationalen Vergleich ist diese Situation vorbildlich, auch wenn sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte verschlechtert hat. Die Gründe dafür sind saisonaler Natur, ein Zusammenhang mit der Zuwanderung kann nicht festgestellt werden. Dank der guten Konjunktur soll die Marke im laufenden Jahr wieder unter die magische Marke von 3% fallen.

Eigentlich sollte die Information des Seco für gute Stimmung sorgen. Wo sonst kann man mit solchen Arbeitsmarktzahlen aufwarten? Boris Zürcher, Leiter der Direktion Arbeit des Seco, weist vor allem auf die bekannte Tatsache hin, dass sich die Konjunktur erst mit einer gewissen Zeitverzögerung auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt. Deshalb rechnet er für 2014 wieder mit einer Quote von unter 3%. Doch vor der anstehenden Abstimmung über die Volksinitiative gegen die Masseneinwanderung kann diese Veränderung auch anders ausgelegt werden. Boris Zürcher gibt bewusst Entwarnung: Verschiedene Studien hätten keinerlei Zusammenhang zwischen der steigenden Bevölkerung durch Zuwanderung und der Arbeitslosigkeit gezeigt. Diese seien zudem primär auf das Baugewerbe und den Tourismus zurückzuführen, welche überdruchschnittlich steigende Arbeitslosenzahlen auswiesen, wobei diese in beiden Fällen auf saisonale Gründe zurückzuführen seien.

Ein Überblick

Registrierte Arbeitslose nach früher ausgeübten Funktionen, Dez. 2013 - Seco  
Die Grafiken liefern Zusatzinformationen zu den wichtigsten Zuständen des 
Schweizer Arbeitsmarktes. 
 
Arbeitslosenquote nach Kantonen, Dez. 2013 - Seco  
Arbeitslosenquote nach Kantonen II, Dez. 2013  
Registrierte Arbeitslose nach ausgeübten Funktionen, Dez. 2013 - Seco  

Doch zu den Zahlen selbst. Trotz stabiler bis anziehender Wirtschaftslage sind die Arbeitslosenzahlen in der Schweiz 2013 gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen. Nach einer deutlichen Zunahme zur Jahreswende 2012/2013 bis auf knapp 150‘000 Personen im Januar baute sich die Arbeitslosigkeit bis Ende Juni zwar wieder auf 126‘500 Personen ab; dies entspricht einem Rückgang um 21‘660 Personen und liegt etwa in derselben Grössenordnung wie in derselben Periode des Vorjahres. Der Rückgang im ersten Halbjahr wurde jedoch durch eine Zunahme um rund 23’000 Personen in der zweiten Jahreshälfte überkompensiert. Die Arbeitslosenzahlen, die seit Juli ohne Unterbruch stiegen, erhöhten sich insbesondere im November und Dezember, verstärkt durch saisonale Faktoren, in grösseren Schritten. Damit liegt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz per Ende Dezember 2013 mit 149’437 Personen wieder auf einem leicht höheren Stand als zu Beginn des Jahres. Mit einem Bestand von 136’524 Personen ist auch die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im Berichtsjahr um 10’930 Personen höher als im Vorjahr. Daraus resultiert für das Jahr 2013 im Jahresmittel eine Arbeitslosenquote von 3,2%, dies ist ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswert (2,9%).

Mehr Stellensuchende als im Vorjahr

Die Zahl der Stellensuchenden (Summe von registrierten arbeitslosen und nichtarbeitslosen Stellensuchenden) übertraf im Januar und Februar die Marke von 200‘000 Personen leicht, baute sich aber bis Ende Juni wieder um knapp 22‘000 Personen auf einen Stand von 179‘806 ab. Im Oktober und verstärkt im November und Dezember erhöhte sich die Zahl der Stellensuchenden aus vorwiegend saisonalen Gründen und überstieg zum Jahresende mit 205’802 Personen den Ausgangswert zu Beginn des Jahres. Im Jahresdurchschnitt resultiert daraus eine Zahl von 190’734 stellensuchenden Personen, eine Zunahme um 12’309 Personen gegenüber dem Vorjahr.

Anstieg auch bei Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit

Auch die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit einem Jahresdurchschnittswert von 3,4% leicht höher als in den beiden Vorjahren (jeweils 3,2%). In der Deutschschweiz (2,8%, plus 0,1 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr) erweist sie sich allerdings etwas stabiler als in der lateinischen Schweiz (5,0%, plus 0,3 Prozentpunkte). Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist mit rund 15% oder jahresdurchschnittlich rund 21‘000 Personen am Total aller Arbeitslosen stabil.

Bundesdarlehen reduziert

Das Rechnungsjahr 2013 wird der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung gemäss aktuellen Schätzungen bei Prämieneinnahmen von 6,45 Mrd. Fr. (2012: 6,35 Mrd.) und einem Gesamtertrag von 7,05 Mrd. Fr. (2012: 6,94 Mrd.) sowie einem Gesamtaufwand von 6,45 Mrd. Fr. (2012: 5,78 Mrd.) mit einem Ertragsüberschuss von 0,60 Mrd. Fr. (2012: 1,16 Mrd.) abschliessen. Die kumulierten Bundestresoreriedarlehen belaufen sich auf 4,2 Mrd. Fr. (2012: 5,0 Mrd.).

12.01.2014 | Autor Jörg Naumann   -> Drucken

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